
Das duale Ausbildungssystem
In Deutschland findet die berufliche Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule statt. Die
Vorteile des Ausbildungsmodells liegen in der Praxisnähe: Die Betriebe wissen am besten, welche Qualifikationen künftige Mitarbeiter brauchen, und können ihre Ausbildung danach ausrichten. Das verhindert Fehlplanungen bei der Ausbildung, die immer zu Lasten der Betriebe und der Azubis gehen. Weil sie viel von der Praxis mitbekommen, finden sich die jungen Leute später auch schneller im Berufsalltag zurecht.
Das
duale System zeichnet sich durch das Zusammenwirken der Ausbildungsbetriebe und der Berufsschulen aus. Diese beiden rechtlich voneinander unabhängigen Ausbildungsträger müssen zusammenarbeiten, um die optimale berufliche Qualifizierung der Jugendlichen zu gewährleisten.
Duale Ausbildung - attraktiv
Es gibt rund 350 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Allerdings sind die einzelnen Berufe unterschiedlich stark mit Auszubildenden besetzt. Die zehn am stärksten besetzten Ausbildungsberufe wählten rund 30 Prozent der männlichen und 42 Prozent der weiblichen Auszubildenden.

Beliebteste Frauenberufe

Beliebteste Männerberufe
Lernen im Betrieb
Grundlage jeder Ausbildung ist die Ausbildungsordnung. Sie wird für jeden einzelnen Beruf vom Bundesminister für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Forschung erlassen. Die betriebliche Ausbildung richtet sich im Allgemeinen nach einem Ausbildungsrahmenplan. Er beschreibt beispielhaft, in welcher zeitlichen Abfolge die vorgeschriebenen Kenntnisse und Fertigkeiten im Betrieb vermittelt werden sollen. Er ist damit eine Anleitung für den Ausbilder, den betrieblichen Ausbildungsplan nach den organisatorischen und berufspädagogischen Gegebenheiten des jeweiligen Betriebes aufzustellen.
Für die persönliche Entwicklung junger Menschen ist es besonders wichtig, dass die Ausbilder im Betrieb konkrete Arbeitsaufgaben stellen und dem Fachkräftenachwuchs zunehmend Verantwortung übertragen. So kann der junge Mensch mit Unterstützung durch die Ausbilder allmählich in die Arbeits- und Berufswelt hineinwachsen.
Lernen in der Berufsschule
Praktisch alle Auszubildenden besuchen die Berufsschule, und zwar innerhalb der gesamten Lehrzeit. Die Berufsschulen haben die Aufgabe, den Schülern allgemeine und berufliche Lehrinhalte zu vermitteln. Die Lernfelder sind zu zwei Dritteln berufsbezogene und zu einem Drittel allgemeinbildende Inhalte.

Die Ausbildung
Der Unterricht kann an einem Tag oder an zwei Tagen in der Woche stattfinden (Teilzeitform). Je nach Bundesland variieren die wöchentlich erteilten Unterrichtsstunden zwischen 14 Stunden in Sachsen sowie 10 Stunden in Niedersachsen. Die wöchentlichen Berufsschultage können aber auch zum Blockunterricht zusammengezogen werden.
Neuerdings werden auch andere Zeit-Formate erprobt. Statt zweimal in der Woche zur Schule zu gehen, gibt es Projektwochen. Auf diese Weise werden die Lehrlinge nicht ständig aus dem betrieblichen Arbeitsalltag, und damit der Erledigung von Aufgaben, herausgerissen. Auch der halbjahres- bzw. jahresübergreifende Wechsel zwischen einem Berufsschultag und zwei Berufsschultagen pro Woche sowie Mischmodelle aus Teilzeit- und Blockunterricht dienen diesem Zweck. Wie die Schulzeit aufgeteilt wird, ob in Teilzeit- oder Blockunterricht oder in andere Formen, hängt von der Schulverwaltung bei der Bezirksregierung ab. Berufsschulen sind bestrebt, guten Kontakt zu den ausbildenden Betrieben zu pflegen.
Bei den Ausbildungen in der M+E-Industrie unterscheidet man zwischen