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M+E-Industrie und Umwelt

Umweltschutz im Einklang mit der Wirtschaft

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Täglich nutzen wir ganz selbstverständlich Luft und Wasser, Sonnenenergie und Windkraft. Um das ökologische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten und diese Energiequellen möglichst effektiv und effizient zu nutzen, praktiziert die Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland seit langem aktiven Umweltschutz.

Für die Wirtschaft ist Umweltschutz in doppelter Hinsicht ein wichtiges Thema:

  • Umweltschonende Produktionsweise: Das heißt Verwendung von Produktionsverfahren zur Vermeidung von Schadstoffen in Abluft, Abwasser und im Boden, Reduzierung von Geräuschemissionen, zur effizienten Nutzung von Energie und Rohstoffen sowie materialsparende Recyclingverfahren. 
  • Produkte für den Umweltschutz. Herstellung von Produkten, die zur Reinhaltung der Elemente Luft und Wasser beitragen, eine saubere und effiziente Energiegewinnung ermöglichen oder umweltverträgliche Lösungen im Verkehr bieten.

Umweltschonende Produktionsweise

In der Bundesrepublik, die als weltweit führender Hersteller von Umweltschutzgütern gilt, wurden in den vergangenen Jahren vor allem mit Hilfe moderner Umwelttechnik die Schadstoffbelastungen der Luft, des Bodens und der Gewässer verringert.

Trinkwasser, ein wertvolles Gut

ZoomTrinkwasserverwendung in Deutschland

Trinkwasser ist ein besonderes Gut - wird aber in der Industrie in großen Mengen benötigt. Während die Haushalte durch verbesserte Technik der Geschirrspülmaschinen und anderer Haushaltsgeräte Wasser einsparen können, legt die Industrie besonders viel Wert auf die Wiederverwendung. Zum Bespiel nutzt die Automobilindustrie das Wasser zum Abspülen der PKW-Teile, wobei Chemikalien das Trinkwasser verschmutzen, die beispielsweise den Kotflügel vor Rost schützen sollen. Mittels einer Nanofiltrationsanlage werden die ungewünschten Partikel im Trinkwasser herausgefiltert und das gereinigte Brauchwasser kann erneut verwendet werden. Mit dieser und ähnlichen Techniken konnte die Industrie in den letzten 20 Jahren den Wasserbedarf um etwa ein Drittel senken. Gleichzeitig gelangten deutlich weniger Schwermetalle in die Gewässer.

Die Luft soll rein bleiben

Die Produktion in der Metall- und Elektro-Industrie ist auf möglichst geringen Schadstoffausstoß in die Luft ausgerichtet. Dafür sorgen verbesserte Fertigungstechnologien im Zusammenspiel mit nachgeschalteten Abgasbehandlungs- und Luftfilteranlagen. Je nach Einsatzart filtern sie Rauch, Staub, Asche oder Öldunst wirkungsvoll aus der Luft. So haben die deutschen Stromversorger mehr als 26 Milliarden Euro in umweltfreundliche Anlagen investiert. Darunter fallen die Rauchgasreinigungsanlagen: Sie filtern die Ascheteilchen, Schwefeldioxide und Stickoxide aus den Abgasen der Kraftwerke. Positiver Nebeneffekt: Bei der Entschwefelung entsteht Gips, der in der Baustoffindustrie eingesetzt werden kann.
 

Ohne elektrische Energie kommt die moderne Industriegesellschaft nicht mehr aus. Deshalb sind umweltfreundliche und effiziente Techniken zur Energiegewinnung und -verteilung so wichtig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die fossilen Brennstoffe wie Öl und Gas nur begrenzt zur Verfügung stehen. Ziel ist es, mit der gleichen Menge an Brennstoffen immer mehr Energie zu erzeugen und dabei immer weniger Schadstoffe abzugeben. Möglich wird das zum Beispiel mit modernen Kraftwerken (Kraft-Wärme-Koppelung); aber auch erneuerbare Energien wie moderne Solartechnologie tragen ihren Teil dazu bei. Ein Beispiel für den Versuch, den Wind zur Energiegewinnung zu nutzen, ist das Ende April 2010 gestartete Forschungsprojekt "Alpha Ventus", ein Off-Shore-Windpark in der Nordsee. Als alternative Energiequelle sollen die Windräder effizient Energie erzeugen.  

ZoomEntwicklung des Wasserverbrauchs
Auf der anderen Seite belasten Produkte im alltäglichen Gebrauch die Umwelt. Diese Belastungen werden ebenfalls durch sparsamere Geräte reduziert. Zum Beispiel mit dem Einsatz umweltfreundlicher Haushaltsgeräte. Sorgsamer Einsatz von Wasser und Energie, Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit der Materialien sind deshalb wichtige Ziele der M+E-Industrie bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte. So benötigen die heutigen Geschirrspüler und Waschmaschinen über 60 Prozent weniger Wasser als 1990. Aber auch die Energieeffizienz hat sich bei diesen Geräten deutlich verbessert. 


In der öffentlichen Diskussion entsteht häufig der Eindruck, Umweltschutz sei ausschließlich ein Kostenfaktor. Eine solche Sichtweise ist jedoch verkürzt: Umweltschutz zahlt sich auch ökonomisch aus. Denn viele Umweltschutzmaßnahmen rentieren sich schon aus einzelwirtschaftlicher Sicht, etwa durch Kosteneinsparungen in Form geringerer Energie-, Wasser-, Material- oder Entsorgungskosten. Daher setzen Unternehmen der M+E-Industrie vermehrt auf ein eigenes Energie-Management. Zum Beispiel benötigen Gießereien für das Schmelzen und Gießen von Metall viel Energie. Die entstehende Abwärme wird heute zurückgewonnen und kann so für die Stromerzeugung im Betrieb genutzt werden. Selbst die Modernisierung der Wärmedämmung im Gebäude oder neue  Fenster können im Betrieb sehr viel Energie einsparen und die Investitionen werden refinanziert.

Nachhaltige Entwicklung

Die M+E-Industrie ist bestrebt, sich an die Bedürfnisse der Bürger anzupassen und gleichzeitig die Befriedigung der Bedürfnisse von zukünftigen Generationen nicht zu behindern. Um diese Nachhaltigkeit zu garantieren, schaltet sich die Politik ein: Da sind zunächst die Umweltauflagen: Über Gebote und Verbote steuert die Politik die umweltbelastenden Aktivitäten der Produzenten und Konsumenten. Sie schreibt die Umwelttechnologie vor, legt vor allem Grenzwerte für den Schadstoffausstoß fest oder verbietet bestimmte Stoffe, Produkte und Verfahren. Zudem gibt es die marktwirtschaftlichen Instrumente der Umweltpolitik. Dazu gehören zum Beispiel Umweltabgaben wie die Ökosteuer, finanzielle Anreize, Umweltzertifikate, Kompensationsregelungen und freiwillige Vereinbarungen, etwa zwischen Wirtschaft und Staat.

Zoom©Siemens
Die Nachfrage nach Hightech-Lösungen im Umweltschutz wächst. Für viele Betriebe hat sich hier ein neuer Markt entwickelt, der gute Zukunftschancen und Perspektiven für neue Arbeitsplätze bietet. Allein in der Metall- und Elektro-Industrie verdanken rund 135.000 Menschen ihren Arbeitsplatz der Produktion von Umweltschutzgütern. Insgesamt gehen Experten von deutlich über 1 Mio. „Grünen Jobs“ in Deutschland aus – Tendenz steigend. Umweltschutz ist folglich auch ein wichtiger Bestandteil der Berufsausbildung in allen industriellen Metall- und Elektroberufen. Und: Umweltschutz ist nicht nur für große Unternehmen interessant:  Etwa 60 Prozent des Umsatzes an Umweltschutzgütern erbringen Betriebe, in denen weniger als 250 Beschäftigte arbeiten. Der Umweltschutz ist daher auch für den Mittelstand ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.*


Die privaten Haushalte

Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt: Immerhin 93 Prozent der Deutschen hält Umweltschutz für eine sehr wichtige bzw. eher wichtige Aufgabe für die Politik. Und eine Umfrage des Bundesumweltamtes zeigt: Eine breite Mehrheit der Bundesbürger sieht sich durchaus auch selbst in der Verantwortung, wenn es um Umweltschutz geht.

 
 

 

* Quelle: Umweltbundesamt

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45 Kurzfilme informieren über die Ausbildungsmöglichkeiten in der M+E-Industrie.

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ExperiMINTe enthält interaktiven Spiele aus dem Bereich „Naturwissenschaften und Technik“.

 

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